Irrer Thriller! Eisbären zwingen München in Spiel sechs

Dieser post wurde zuerst hier this site veröffentlicht Dort finden Sie auch den ganzen Beitrag.
https://images.sport1.de/imagix/filter2/jpeg/_set=article_inline,focus=36x36/imagix/60209a19-463e-11e8-87b1-f80f41fc63ce?#

Die Meisterfeier in der DEL ist vertagt: Die Eisbären Berlin haben den EHC Red Bull München in einem irren Krimi niedergerungen.

Das Team von Trainer Uwe Krupp siegte im fünften von maximal sieben Spielen mit 6:5 (3:1, 1:1, 1:3, 1:0) nach Verlängerung und liegt in der Best-of-seven-Serie liegt nur noch mit 2:3 hinten.

Den entscheidenden Treffer in einer packenden Partie erzielte Jamie MacQueen nach 1:16 Minuten in der Overtime. Hierbei hatte der Videobeweis greifen müssen: Erst nach vier Minuten ließen die Schiedsrichter das Tor zählen.

Die Roten Bullen können die dritte Meisterschaft nacheinander trotzdem schon am kommenden Dienstag mit dem dritten Auswärtssieg der Serie in Berlin (ab 19.15 Uhr im LIVETICKER) klarmachen.

Rankel: „Mir fehlen die Worte“

„Die Fans haben uns hier gepusht. Wir wollten unbedingt noch mal in Berlin spielen. Das war ein unglaubliches Spiel, mir fehlen die Worte“, sagte Eisbären-Kapitän Andre Rankel bei Telekom Sport.

„Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft“, sagte Krupp. „Wir haben heute auch einen Weg gefunden, Tore zu schießen.“

Die enttäuschten Favoriten aus München sehen die Titelparty nur als verschoben an. „Das war sehr intensiv“, sagte Michael Wolf, „jetzt holen wir das Ding halt am Dienstag.“

Berlin legt furios los

Zunächst aber erhielt die Feierlaune der Münchner Anhänger einen Dämpfer: Nach Treffern von Andre Rankel (7.), Thomas Oppenheimer (13.) Jamie MacQueen (18.) sowie Brooks Macek (15.) lagen die Berliner nach dem ersten Drittel überraschend mit 3:1 in Führung.

Vor 6142 Zuschauern in der ausverkauften Olympia-Eishalle konnte Mads Christensen (26.) danach für die fehlerhaften und inkonsequenten Münchner verkürzen, Berlin aber erhöhte erneut durch Rankel (39.).

Im Schlussdrittel glichen Macek (42.) und Jon Matsumoto (48.) in Überzahl für die Gastgeber schnell aus, doch Berlin konterte nur 20 Sekunden später durch James Sheppard per Penalty (48.). Nach dem Ausgleich durch Keith Aucoin (55.) ging es in die Overtime.

Eisbären winkt DEL-Geschichte

Die Eisbären wären erst die zwei Mannschaft in der Geschichte der DEL, die eine Playoff-Serie nach einem 1:3-Rückstand noch gewinnen. Im Viertelfinale 2008 war dies den Frankfurt Lions gegen die Iserlohn Roosters gelungen. Ein mögliches siebtes Spiel fände am kommenden Donnerstag wieder in München statt.

Die Eisbären begannen enorm druckvoll und gingen durch Routinier Rankel früh in Führung – unter anderem, weil München im Vergleich zu den schnörkellosen Gästen viel zu verspielt und inkonsequent war.

„Wir wollen aggressiv spielen, wir wollten auf den Körper spielen – und bislang klappt’s“, sagte der Torschütze.

Der Plan funktionierte so gut, dass Oppenheimer bald nachlegte – wie beim ersten Gegentreffer machte Münchens Verteidiger Maximilian Kastner eine unglückliche Figur.

Aus den Birken im Stich gelassen

Auch nach dem Anschlusstreffer von Macek gingen die Münchner längst nicht so entschlossen zum Puck und auf den Gegner wie die Eisbären. Vor dem dritten Gegentreffer etwa hielt Raubein Steve Pinizzotto ein „Nickerchen“, MacQueen war danach der Nutznießer. Auch dieser Treffer fiel aus kürzester Distanz – Nationaltorhüter Danny aus den Birken wurde von seinen Vorderleuten dabei schmählich im Stich gelassen.

Das besserte sich ein wenig ab dem zweiten Drittel – aber auch nach dem Anschlusstreffer von Christensen unterliefen den Münchnern erstaunlich viele Fehler, vor dem Tor des erneut hervorragenden Petri Vahanen fehlte zudem oft die letzte Entschlossenheit.

Das änderte sich zunächst im fulminanten Schlussdrittel, nach dem Ausgleich von Matsumoto glich die Olympiahalle einem Tollhaus – das nach dem schnellen Konter durch Sheppard ebenso schnell wieder abkühlte.

Nach Aucoins erneutem Ausgleich wurde es endgültig dramatisch.